Was sind Kassenleistungen?

Es gibt nur drei Therapieformen, für die die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen auf Antrag übernommen werden: Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse. Eine kurze Beschreibung der unterschiedlichen Verfahren finden Sie weiter unten. Das kann Ihnen eventuell helfen, sich für ein Verfahren zu entscheiden. Für eine gelingende Psychotherapie kommt es nicht nur auf das Therapieverfahren, sondern auch auf eine gute therapeutische Beziehung an. Es ist wichtig, dass Sie sich bei dem Therapeuten/der Therapeutin, den/die  Sie für sich finden, gut verstanden und gut aufgehoben fühlen. 

Alle drei Richtungen (sowie Kinder-und-Jugendlichen-Psychotherapie) werden sowohl von ärztlichen als auch von psychologischen Psychotherapeuten (bei Kindern und Jugendlichen auch von Pädagogen), die eine entsprechende Ausbildung und staatliche Zulassung haben, vertreten. Dies wird nur in dem Fall bedeutsam, wenn Ihre Versicherung - nur einige wenige private Krankenkassen tun das - einen ärztlichen TherapeutIn verlangen sollte. Auch persönliche oder medizinische Gründe können bei dieser Wahl eine Rolle spielen.

Bei den meisten psychotherapeutischen Praxen erfolgt die Anmeldung telefonisch, bei einigen können Sie auch per E-mail nach einem Termin fragen.  

Die einzelnen Praxen haben Zeiten der telefonischen Erreichbarkeit zur Terminvereinbarung. Diese Zeiten finden Sie auf der jeweiligen Visitenkarte der KollegInnen in unserer TherapeutInnenliste oder sie werden auf dem Anrufbeantworter der Praxis angesagt. Auf jeden Fall sind sie auch zu finden in den Einträgen unter http://www.arztsuchehessen.de/arztsuche/

Vor Beginn einer Psychotherapie soll die Notwendigkeit im Rahmen der sog. "Psychotherapeutischen Sprechstunde" (1-6 Termine á 25 oder 1-3 Termine á 50 Min.) abgeklärt werden. Die Therapeutin/ der Therapeut stellt fest, ob eine behandlungsbedürftige psychische Störung besteht und welche Art von Behandlung Ihnen helfen kann. (Bringen Sie zum Erstgespräch Ihre Versichertenkarte mit!)

Bei dringendem Behandlungsbedarf kann eine psychotherapeutische Akutbehandlung im Umfang von bis zu 24 Sitzungen á 25 Minuten oder 12 Sitzungen á 50 Minuten kurzfristig und ohne großen bürokratischen Aufwand eingeleitet werden.

Vor der Aufnahme einer Kurz- oder Langzeittherapie müssen zunächst 2 bis 4 "Probatorische Sitzungen" durchgeführt und die Behandlung bei der Krankenkasse beantragt werden. Innerhalb dieser Vorgespräche können sowohl Sie selbst als auch der/die Therapeut/in herausfinden, ob sie sich eine fruchtbringende Zusammenarbeit über einen längeren Zeitraum vorstellen können. Prüfen Sie, ob das angebotene Verfahren das richtige für Sie ist, ob Sie sich angenommen fühlen und ob Sie Vertrauen aufbauen können. Im Zweifel sollten Sie zum Vergleich andernorts ein Vorgespräch suchen.

Für eine "Kurzzeittherapie" von max. 2 x 12 Sitzungen á 50 Minuten muss lediglich ein Antragsformular ausgefüllt werden. Zur Umwandlung in oder direkten Beantragung einer "Langzeittherapie" muss der/die Therapeut/in einen Bericht schreiben, der die Notwendigkeit der längeren Behandlung begründet und (anonym) durch einen von der Krankenkasse beauftragten Gutachter geprüft wird.

Je nach Einschätzung, Vereinbarung und Therapierichtung kann die Dauer einer Psychotherapie sehr unterschiedlich sein (12 oder 24 bis 60 Stunden, bei Verlängerung der Behandlung max. 80 (VT), 100 (TP) oder 300 (AP) Stunden. Siehe auch unter "anerkannte Therapieverfahren".

Für den Antrag ist bei Psychologischen PsychotherapeutInnen ein Konsiliarbericht nötig, den der Hausarzt oder ein Facharzt ausfüllt. Alle Formulare sowie alle näheren Informationen hält Ihr/e Behandler/in für Sie bereit.

Sonderfall Kostenerstattung

Falls Sie keinen Therapieplatz in einer Vertragspraxis finden können. besteht für die meisten gesetzlichen Versicherten die Möglichkeit, bei  Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme für Psychotherapie in einer Privatpraxis zu stellen. Für genaue Informationen wenden Sie sich an die entsprechenden PsychotherapeutInnen und sprechen Sie mit ihrer Krankenkasse. Im Kostenerstattungsverfahren rechnen PsychotherapeutInnen ab, die zwar im Hessischen Ärzteregister der Kassenärztlichen Vereinigung eingetragen,  jedoch nicht zur direkten Abrechnung zugelassen sind.

Informationen für PrivatpatientInnen

Privatversicherungen unterscheiden sich bei psychotherapeutischen Leistungen ganz erheblich, je nach Tarif. Auch gibt es Privatversicherungen, die Behandlungen bei kassenzugelassenen Psychologischen PsychotherapeutInnen nicht zulassen. Erkundigen Sie sich daher genau bei Ihrer Versicherung nach den Bedingungen vor Antritt der Therapie. PatientInnen, die über Beihilfestellen versichert sind, können sich entsprechende Informationen und auch Formulare auf der Homepage der Beihilfestellen herunterladen oder telefonisch anfordern.